Die Ethos Stiftung erweitert ihr Weiterbildungsprogramm um ein Modul zum Klimawandel. Das online verfügbare Modul vermittelt Vertreterinnen und Vertretern der Vorsorgeeinrichtungen die nötigen Grundlagen, um die Klimarisiken zu verstehen, die auf ihren Anlagen lasten, sowie die Hebel, über die sie verfügen, um darauf zu reagieren, unterlegt mit konkreten Beispielen und praktischen Tipps.
Hitzewellen, Waldbrände, Dürren, Überschwemmungen, Tornados und Schlammlawinen. Für alle, die noch daran zweifelten, war der Sommer 2026 ein brutaler Weckruf. Für die anderen ist er nur die grossflächige Bestätigung der Folgen des Klimawandels, vor denen die Wissenschaft seit Jahrzehnten warnt. Und ein Vorgeschmack auf das, was uns in den kommenden Jahren erwartet. Das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) hat nun offiziell bestätigt, was alle bereits ahnten: Die Marke von +1.5 °C wird sehr bald überschritten. Es ist nun dringend geboten, sämtliche Anstrengungen darauf zu konzentrieren, den Temperaturanstieg auf +1.8 °C zu begrenzen, die einzige verbleibende Option, um katastrophale und irreversible Folgen des Klimawandels zu vermeiden.
Vor diesem Hintergrund lanciert die Ethos Stiftung ihr neues Weiterbildungsmodul zu den Klimastrategien institutioneller Investoren. Diese Strategien zielen darauf ab, die Treibhausgasemissionen ihrer Anlagen zu begrenzen und ihr Portfolio vor den zahlreichen Risiken des Klimawandels zu schützen. Denn auch wenn heute sämtliche Indikatoren auf Rot stehen, kann jede und jeder noch etwas gegen den Klimawandel unternehmen.
Das Modul richtet sich in erster Linie an Vertreterinnen und Vertreter von Vorsorgeeinrichtungen, deren Aufgabe es ist, die Vorsorgegelder sehr langfristig zu verwalten. Es vermittelt ein Verständnis für die wirtschaftlichen und finanziellen Herausforderungen des Klimawandels und zeigt anschliessend auf, welche Mittel Investierenden, und damit den Pensionskassen, zur Verfügung stehen, um diese bestmöglich zu bewältigen.
Konkrete und wirksame Massnahmen
Nach einer kurzen Einführung in die verschiedenen mit dem Klimawandel verbundenen Risiken (physische, operative, regulatorische, rechtliche usw.) stellt das Modul eine Liste konkreter Massnahmen vor, die institutionellen Investoren zur Verfügung stehen, um diesen Risiken zu begegnen, illustriert mit zahlreichen Beispielen und ergänzt durch praktische Tipps.
Investoren stehen tatsächlich mehrere Hebel zur Verfügung, um ihre Anlagen auf ehrgeizige Klimaziele auszurichten. Zunächst können sie die Klimaresilienz ihres Portfolios anhand unterschiedlicher Erwärmungsszenarien testen und diese Erkenntnisse nutzen, um ihre eigene Klimastrategie festzulegen und die strategische Asset Allocation zu optimieren.
Sie können zudem Anlagekriterien festlegen und auf nachhaltige und verantwortungsvolle Ansätze zurückgreifen, die auf ihre Klimaziele abgestimmt sind. Die Stimmabgabe an Generalversammlungen, der Aktionärsdialog, Ausschlüsse, der «Best-in-Class»-Ansatz, die Integration von ESG-Kriterien und Impact Investing sind ebenso viele komplementäre Ansätze, die innerhalb derselben Anlageklasse kombiniert oder auf das gesamte Portfolio angewendet werden können. Schliesslich können sie bei der Auswahl externer Vermögensverwalter darauf hinwirken, dass diese Klimarisiken und -ziele bei der Anlageverwaltung berücksichtigen.
«Institutionelle Investoren für Nachhaltigkeitsfragen zu sensibilisieren und zu schulen, gehört seit der Gründung der Ethos Stiftung zu ihren Zielen», erinnert Cécile Biccari, Verantwortliche für das Bildungsprogramm von Ethos. «Dieses Klimamodul fügt sich vollständig in diese Mission ein, nämlich den Vertreterinnen und Vertretern der Vorsorgeeinrichtungen das notwendige Wissen zu vermitteln, um ihre Verantwortung als langfristige Investierende voll wahrzunehmen.»
Eine wachsende Modulbibliothek
Dieses Klimamodul ergänzt das im September 2024 von der Ethos Stiftung lancierte Weiterbildungsprogramm für Vertreterinnen und Vertreter der Vorsorgeeinrichtungen, das sich den Herausforderungen des nachhaltigen und verantwortungsvollen Investierens widmet.
Eine Grundausbildung vermittelt ein besseres Verständnis der zentralen Elemente von nachhaltigen Anlagen. Sie gliedert sich in fünf Hauptmodule: Einführung in die Nachhaltigkeit, treuhänderische Pflicht, Regulierung, Anlageentscheidungen und Stewardship. Diese sind wiederum in Mikromodule unterteilt, damit jede Nutzerin und jeder Nutzer modular und im eigenen Tempo lernen kann.
Ergänzt wird diese Grundausbildung zudem durch eine Bibliothek thematischer Module. Diese umfasst unter anderem ein Modul zum ESG-Reporting-Standard des Schweizerischen Pensionskassenverbands (ASIP), das Verfasserinnen und Verfasser sowie Leserinnen und Leser bei der Erstellung und dem Verständnis der Nachhaltigkeitsberichte Schweizer Pensionskassen unterstützt.